Kauf und Verkauf von Gebrauchten mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen

20160501_titelbild_geld_kostenEgal ob Autogas- oder Elektromotor, ob reines E-Auto oder Hybridfahrzeug – Alternative Antriebe gibt es nicht nur bei den Neuwagen, sondern auch bei den Gebrauchten. Beim Kauf und Verkauf gilt es natürlich, die gleichen Regeln zu beachten, wie auch bei Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotor. Es gibt aber auch einige Besonderheiten.

Allgemeines: Die Preise für Gebrauchte

Ein Neuwagen mit einem alternativen Antrieb oder Kraftstoff ist fast immer teurer als ein klassischer Benziner oder ein Dieselfahrzeug. Das schlägt sich natürlich auch auf dem Preis für ein gebrauchtes Fahrzeug nieder. Ein Auto mit Elektromotor darf demnach auch mehr kosten als ein Dieselfahrzeug und ein Wagen mit Gasantrieb mehr als ein Benziner.

Bei Fahrzeugen mit Autogas fielen die Kosten für eine Nachrüstung an. Höher darf die Preisdifferenz aber nicht sein, sonst ist es kostengünstiger, einen Benziner zu kaufen und selbst auf Gasbetrieb umzurüsten. Vielmehr sollte die Differenz – absolut betrachtet – über die Jahre immer kleiner werden. Mit dem Wert des Autos sinkt ja auch derjenige für die Umrüstung.

Elektro- und Hybridautos

Bei Hybrid- und Elektroautos hängt der Preis stark vom Zustand des Akkus ab. Bei einem Kauf sollten deshalb Fragen dazu ganz vorne auf der Liste stehen:

  • Ist eine funktionsfähige Batterie im Fahrzeug enthalten?
  • Wenn ja, wird sie Eigentum des Käufers oder ist sie gemietet/geleast?
  • Wie ist der Zustand des Akkus?

Ohne einen Akku gibt es E-Autos schon für wenige tausend Euro zu kaufen. Allerdings muss dann noch mal erheblicher Betrag für eine neue Batterie eingeplant werden. Einige Hersteller, wie Renault, vermieten bei ihren Neuwagen die Batterie generell nur. Das bringt natürlich laufende Kosten mit sich, hat aber auch den Vorteil, dass sich der Käufer weniger Gedanken um den Zustand der Batterie machen muss. Zumal Renault verspricht, dass die Ladekapazität immer bei mindestens 75 Prozent des Neuzustandes liegt. Natürlich muss der Preis für ein Fahrzeug mit Mietbatterie deutlich unter dem eines Autos liegen, bei dem der Akku mitverkauft wird.

Beim Kauf eines Autos mit einer gebrauchten Batterie ist ihr Zustand ganz entscheidend. Es lohnt sich zu fragen, welche Reichweite das Auto im E-Betrieb hat und auch, wie groß diese im Neuzustand war. Dabei hilft auch ein Blick auf die Herstellerangaben, um die Schätzungen des Verkäufers zu überprüfen.

Erklären lassen sollten sich die Käufer auch die Garantiebestimmungen für die Batterie. Was passiert, wenn der Akku deutlich an Kapazität verliert? Wie lange gilt die Garantie noch? Handelt es sich um eine Herstellergarantie, oder nur um eine Gewährleistung? Letztere greift nur, wenn der Funktionsausfall die Folge eines Schadens ist, der bereits bei der Produktion bestand. Das aber ist nachträglich schwer nachzuweisen.

VW Polo 1.6 BiFuel: Der Kleinwagen von Volkswagen wurde von Werk aus mit einem Autogasantrieb ausgerüstet und könnte als Gebrauchter sehr interessant sein (Quelle: VW)

VW Polo 1.6 BiFuel: Der Kleinwagen von Volkswagen wurde von Werk aus mit einem Autogasantrieb ausgerüstet und könnte als Gebrauchter sehr interessant sein (Quelle: VW)

Gasfahrzeuge und alternative Kraftstoffe

Die Fahrzeuge, die mit Autogas betrieben werden oder einen erneuerbaren Rohstoff wie Ethanol in Form von E85 verwenden, ähneln grundsätzlich regulären Fahrzeugen. Sie sind wegen der notwendigen Umrüstung aber stets teurer.

Bei Gasanlagen gibt es zudem eine Besonderheit, nämlich eine vorgeschriebene Prüfung. Dabei wird unterschieden zwischen der

  • Gassystem-Einbauprüfung (GSP) und der
  • regelmäßigen Gasanlagenprüfung (GAP).

Die Einbauprüfung muss, wie der Name schon sagt, direkt nach dem Einbau erfolgt sein. Der Käufer sollte sich die entsprechenden Unterlagen zeigen lassen. Die regelmäßige Gasanlagenprüfung erfolgt jedes Jahr. Auch hier sollte man sich die dazugehörigen Belege zeigen lassen, ist die letzte Prüfung nicht lange her, spart man eventuell zusätzliche Gebühren und unnötigen Aufwand. Die Kosten liegen bei rund 30,- Euro, zusammen mit der Hauptuntersuchung bei rund 25,- Euro.

Richtig handeln und verhandeln

Wer ein Auto kauft, will natürlich möglichst wenig zahlen, ein Verkäufer möglichst viel bekommen. Wer kauft, sollte deshalb auf die Abnutzung hinweisen und klarmachen, dass auch niedrige Folgekosten, beispielsweise für Autogas im Vergleich zu Benzin, nicht jeden Aufschlag rechtfertigen. Im Vorteil ist, wer gut informiert ist und beispielsweise die Preise für Neuwagen oder vergleichbare Gebrauchte kennt. Bei einem Fahrzeug mit Autogas lassen sich etwa der Preis für einen vergleichbaren Benziner und die Einbaukosten der Gasanlage zusammenrechnen. Der Preis für ein bereits vor längerer Zeit umgebautes Fahrzeug sollte dementsprechend darunterliegen.

Anders sieht es aus, wenn man selbst der Verkäufer ist. Dann darf man den potenziellen Käufer auf niedrige Folgekosten hinweisen, die einen höheren Preis gegenüber einem Fahrzeug mit konventionellen Motor rechtfertigen. Zudem sollte man dem Interessenten die Möglichkeit für eine Probefahrt einräumen, um ihn von der Alltagstauglichkeit seines Elektro- oder Autogasautos zu überzeugen. Wer alle zum Fahrzeug gehörenden Unterlagen, beispielsweise das Checkheft, den Beleg für die letzte Hauptuntersuchung oder über weiteren technische Prüfungen, parat hat, der kann damit punkten und macht einen vertrauenswürdigen Eindruck. Hat man als Verkäufer wenig Zeit, um sich um den Verkauf zu kümmern, oder möchte sich den Stress ersparen, bieten auf den Autoankauf spezialisierte Internetportale eine bequeme Abhilfe dar.

Fazit: Was ist beim Kauf und Verkauf von Gebrauchten mit alternativen Antrieben zu beachten?

Für den Kauf und Verkauf von gebrauchten Elektroautos, Autogasfahrzeugen und anderen Kfz mit alternativen Antrieben gelten ähnliche Regeln wie für alle anderen Gebrauchtwagen auch. Hinzu kommt bei Hybrid- und E-Autos aber noch das Thema Batterie. Bei Autogas sind regelmäßige Prüfungen vorgeschrieben, deren Ergebnis man sich vorlegen lassen sollte.

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