Die Umrüstung auf Gas: Wo rüste ich auf Autogas um?

titelbild_tanken_erdgasSteigende Energiekosten sind ein Dauerthema: Vor allem Vielfahrer sind von den anhaltend hohen Kraftstoffpreisen betroffen. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten zur Ersparnis: Autos mit Ottomotor lassen sich auf Gasbetrieb umrüsten. Der Treibstoff ist mindestens bis zum Jahre 2018 steuerlich begünstigt. Die technischen Eingriffe halten sich zwar in Grenzen, haben aber eine hohe Sicherheits- relevanz – die mit dem Umbau betreute Werkstatt sollte also wissen, was sie tut.

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Autogas (LPG)

Die Verbrennung des Gases funktioniert technisch beinahe genauso wie jener von Benzin. Der Unterschied liegt in der Speicherung. Erdgas ist, wie der Name bereits andeutet, zumindest bei den in unseren Breitengraden vorherrschenden Temperaturen gasförmig. Um aber trotz begrenztem Volumen eine ausreichende Menge davon speichern zu können, muss es unter hohem Druck gespeichert werden, was insbesondere beim Erdgas CNG der Fall ist, wo Drücke bis 200 Bar üblich sind.

Die für Umrüstungen üblichere Alternative Autogas (LPG) wird flüssig gespeichert, wofür ein etwas geringerer Druck notwendig ist. Der Vorteil steht besteht darin, dass so mehr Gas in einem kleinen Tank gespeichert werden kann; je nach Fahrzeugmodell werden hier kompakte Lösungen für die Reserveradmulde angeboten.

Weil die Tanks wegen der geringeren Drücke auch billiger ausfallen, sind die Kosten im Vergleich zur Umrüstung auf Erdgasbetrieb geringer. Dafür sind die Betriebskosten im Vergleich zu CNG etwas höher. Weil eine durch undichte Anlage natürlich erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit haben kann, muss die Kfz-Werkstatt eine Anerkennung nach § 41a StVZO in Verbindung mit den Anlagen XVII und XVIIa STVZO (Gas-Werkstatt-Anerkennungsrichtlinie) vorweisen können, um einen solchen Umbau vorweisen zu können.

An der Einspritzanlage selbst wird, abgesehen von der Zuleitung zum Gastank, recht wenig verändert. Komplexer ist dabei schon die Installation des Gastanks und der Leitungen selbst. Schließlich muss sorgfältig sichergestellt sein, dass auch bei einem Unfall kein Gas austritt.

VW Polo 1.6 BiFuel: Beispiel Aufbau Autogasantrieb im Fahrzeug (Quelle: VW)

VW Polo 1.6 BiFuel: Beispiel Aufbau Autogasantrieb im Fahrzeug (Quelle: VW)

Umrüstung: Die Kostenfrage

Davon abgesehen, wird die Frage der Umrüstung wohl in den meisten Fällen nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten beantwortet.

  • Preis: Tatsächlich ist der Preis für einen Liter LPG mit rund 70 Cent nicht einmal halb so hoch wie jener für einen Liter Superbenzin.
  • Energiedichte: Berücksichtigt werden muss aber auch die etwas geringere Energiedichte. So steigt der Verbrauch um etwa 20 bis 30 Prozent an.
  • Wartungskosten: Zudem müssen zusätzliche Wartungskosten einkalkuliert werden. Alle zwei Jahre findet zusätzlich zur Hauptuntersuchung eine rund 25 Euro teure Prüfung der Anlage statt; alle zehn Jahre muss der Tank einer Druckprüfung unterzogen werden, was derzeit etwa 250 Euro kostet.
  • Umrüstung: Für die Umrüstung auf LPG fallen insgesamt etwa 2.500 Euro an, die durch die geringeren Betriebskosten erst einmal wieder gespart werden müssen. Die CNG-Umrüstung schlägt gar mit 4.000 Euro zu buche.

Je nach Fahrzeugtyp ist das nach rund 50.000 bis 70.000 Kilometern der Fall. Die Umrüstkosten sind dabei in etwa gleich hoch, weil der technische Aufwand sich zwischen Kompaktwagen und SUV kaum unterscheidet – der Spritverbrauch und damit das Sparpotenzial hingegen schon. Wann sich die Investition amortisiert, kann sich jeder leicht selbst ausrechnen. Bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 15.000 bis 20.000 Kilometern ist das zumeist nach drei bis vier Jahren der Fall. Die einfache Faustregel lautet also: Je höher der Verbrauch und die jährliche Fahrleistung, desto schneller rechnet sich der Umbau.

Bei der Nutzung von Autogas ist hingegen wenig zu beachten. Moderne Anlagen sollten keinen spürbaren Leistungsverlust mehr verursachen. Eine Umschaltung auf klassischen Benzinbetrieb ist problemlos möglich, sollte aber aus Kostengründen möglichst selten erfolgen. Besser: Ein Verzeichnis der rund 3000 im Bundesgebiet vorhandenen Gastankstellen sorgt auch auf der Reise für günstiges Tanken. Die Fahrt ins Ausland stellt ebenfalls kein Problem dar, da vor allem in Osteuropa der LPG-Betrieb üblich ist, ist das Tankstellennetz entsprechend dicht.

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