Biomass to Liquids (BtL) – Kraftstoff aus Biomasse

titelbild_getreide_strohDer Kraftstoff Biomass to Liquids (BTL), auch Sunfuel genannt, zählt zu den Biokraftstoffen der 2. Generation. Das BTL ist, wie auch GTL und CTL, ein synthetischer Kraftstoff. Hier dient aber die Biomasse statt Erdgas beziehungsweise Kohle als Ausgangsrohstoff. Die feste Biomasse wird zunächst unter hohem Druck und hoher Temperatur zu einem Synthesegas verarbeitet, das wie auch bei GTL/CTL anschließend mittels Fischer-Tropsch-Synthese und weiterer Verfahrensschritte in flüssigen Kraftstoff umgewandelt wird. Der Herstellungsprozess von BTL-Kraftstoff wird in der folgenden Abbildung schematisch dargestellt.

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Verfahrensschema der BTL-Herstellung

Im Gegensatz zu den Biokraftstoffen der 1. Generation werden bei der Herstellung von BTL die Energiepflanzen vollständig verwertet, zudem ist die Produktion nicht auf eine Pflanzenart beschränkt und auch aus ohnehin anfallenden Reststoffen wie Stroh, Restholz und gar Bioabfällen möglich. Beim Anbau muss einerseits die Fruchtreife der Pflanzen nicht abgewartet werden, so steigen die Hektarerträge. Andererseits können unterschiedliche Pflanzen gemeinsam genutzt werden, was den Anbau umweltverträglicher macht.

Ähnlich wie bei anderen synthetischen Kraftstoffen GTL/CTL ist es auch bei BTL möglich, die Eigenschaften des Kraftstoffes im Produktionsprozess zu beeinflussen. So besteht der synthetische Kraftstoff aus weniger unterschiedlichen Kohlenwasserstoffen als Benzin- und Dieselkraftstoff, was den Verbrennungsprozess von der Kraftstoffseite optimiert und den Verbrauch und die Schadstoffbildung senkt.

Der BTL-Kraftstoff steht in flüssiger Form zur Verfügung und ist in den heutigen Motoren uneingeschränkt in jedem Mischungsverhältnis nutzbar. Eine Untermischung von mehr als 20 Prozent ist allerdings derzeit mit den geltenden deutschen und europäischen Kraftstoffnormen nicht vereinbar. Die Verteilungsinfrastruktur bedarf keiner Änderungen und somit keiner zusätzlichen Kosten. So besteht bereits heute eine Massenmarkttauglichkeit.

Da Pflanzenmasse als Rohstoffbasis für das BTL dient, ist die Verbrennung CO2-neutal. Der Kraftstoff ist schwefelfrei und arm an Aromaten. Der Herstellungsprozess ist derzeit komplex und energieintensiv. Bei Verwertung der ganzen Palette in Frage kommender Rohstoffe und optimierter Produktion liegt das CO2-Einsparungspotential aber bei über 90 Prozent. Bereits ohne motorseitige Optimierung führt der Einsatz von BTL zu Schadstoffreduktionen von über 20 Prozent.

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