Umweltschonende Alternativen: Autos teilen und mieten statt besitzen

Titelbild Auto VerkehrIn den Städten hat sich in den letzten Jahren ein klarer Trend entwickelt – die sogenannte „Sharing Economy“. Dabei werden sämtliche Gegenstände des Alltags wie Wohnräume, Kleidung, Werkzeuge oder Lebensmittel geteilt. Ein ökologischer und sozialer Wandel findet auch im Hinblick auf die deutsche Autokultur statt. Umweltschonende Alternativen sind teuer – gerade in den Großstädten stellt sich die Frage, wie lohnend eine solche Anschaffung ist. Die Sharing-Systeme scheinen eine gute Alternative zu sein. Was sind aber die Vor- und Nachteile einzelner Konzepte, auch im Hinblick auf die längeren Fahrstrecken?

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Carsharing Smartphone Mobilität Digitalisierung

Die Digitalisierung vereinfacht das Organisieren von Fahrgemeinschaften und anderen Car-Sharing-Konzepten deutlich (©terovesalainen_Fotolia.com)

Sharing Economy: Autos bei Bedarf teilen

In den Städten lohnt es sich dank guter Verkehrsanbindung, Parkplatzmangel, Stau und hohen Kosten immer weniger ein eigenes Auto zu besitzen. Denjenigen, die dennoch von Zeit zu Zeit ein Auto benötigen, werden mittlerweile bequeme und ökologische Alternativen geboten.

Carsharing

Carsharing hat sich in den letzten 20 Jahren als eine ökologische Alternative zum Besitz eines eigenen Autos entwickelt. Das Modell Carsharing lässt sich in drei verschiedene Kategorien einteilen:

  • Stationäres Carsharing
  • Mobiles Carsharing
  • Peer-to-Peer Carsharing

Das stationäre Carsharing gilt als das klassische Carsharing. Hierbei stehen die Autos auf den festgelegten Parkplätzen bereit, um über das Internet reserviert zu werden. Meist kann aus begrenzten Modellarten und Standorten gewählt werden. Am Ende der Fahrt wird das Auto wieder an der Station abgegeben.

Eine Revolution erlebte das Carsharing durch das Anmieten und Abstellen an nicht stationären Orten. Das mobile Carsharing bietet mehr Flexibilität. Im Internet oder der App prüft man, an welchen Standort das nächste Auto steht und reserviert dieses. Abgestellt wird es an einem beliebigen Ort, jedoch in einem bestimmten Umkreis.

Das Peer-to-Peer Carsharing ist die private Alternative. Über Plattformen wie Drivy, SnappCar oder Turo kommen die Autobesitzer und die potenziellen Leihfahrer in Kontakt. Das private Auto wird einen Großteil des Tages nicht genutzt. Mit dem Peer-to-Peer Car-Sharing ist es möglich, in der Zeit, in der das Auto nicht gebraucht wird, einfach Geld zu verdienen. Der Vermieter und der Mieter treffen sich sowohl bei der Anmietung als auch bei der Abgabe zur Schlüsselübergabe. Auch hier wird das Auto vorab über eine Website angemietet.

Vor- und Nachteile des Carsharing Konzeptes im Überblick:

Vorteile Carsharing Nachteile Carsharing
  • kostengünstige und ökologische Alternative zum Besitz eines eigenen Autos
  • Carsharing Anbieter halten die Autos stets auf dem neusten Stand
  • Pool von unterschiedlichen Fahrzeugen steht bereit (darunter auch Elektrofahrzeuge)
  • Anmietung und Abgabe erfolgt zu jeder Uhrzeit
  • Nach Erstanmeldung keine Formalitäten mehr; Anmietung erfolgt schnell und bequem über App oder Internet
  • eingeschränkte Flexibilität: Auto muss in einem bestimmten Umkreis wieder abgegeben werden und steht nur für einen bestimmten Zeitrahmen zur Verfügung
  • Längere Nutzung der Carsharing Wagen ist nicht vorgesehen; daher Nutzung für Berufspendler ungeeignet
  • Keine Garantie, dass Auto an vereinbartem Platz steht bzw. der Vormieter dort pünktlich ankommt

Mietwagen

Das Carsharing ist ein Konzept, welches sehr gut in den Städten funktioniert und in diesen auch über gut ausgebaute Carsharing-Netze verfügt. Allerdings haben die Autovermietungen die bedingte Flexibilität und den fehlenden Ausbau vom Konzept in kleineren Orten erkannt und setzen ihr Konzept genau hier an. Autovermietungen sind die ideale Wahl, wenn ein Auto für einen längeren Zeitraum, Fahrstrecken mit flexibler Ortsabgabe oder innerhalb eines Ortes, indem Carsharing nur wenig vertreten ist, benötigt wird. Die Autovermieter besitzen einen großen Wagen-Pool, in dem verschiedene Fahrzeug- und Antriebsklassen enthalten sind, beispielsweise bietet VW auch umweltschonende Mietwägen an. Die Autovermietungen ziehen neben festen Stationen auch Autohäuser als potenzielle Anmietungs- und Abgabestellen in Betracht. Diese sind flächendeckend in Deutschland vertreten – sie bieten daher den großen Vorteil, dass Autos auch an verschiedenen Standorten anzumieten und abzugeben. Dies ist ideal für Reisen oder Berufspendler.

Wer schon länger Interesse an umweltschonenden Fahrzeugen mit Hybrid- oder Elektroantrieb hat, dem bietet sich mit einem Mietwagen die Chance bestimmte Wagen auch für längere Zeit zu testen. Der Komfort, das Fahrgefühl und die Eignung des Fahrzeuges im Alltag sind neben Ausstattung und Preis wesentliche Komponenten, die in den Kauf eines umweltschonenden Fahrzeuges einspielen – mit einem umweltschonenden Leihwagen kann festgestellt werden, ob ein Fahrzeug mit Hybrid- oder Elektroantrieb langfristig in Frage kommt.

Vor- und Nachteile von Mietwagen im Überblick:

Vorteile Mietwagen Nachteile Mietwagen
  • hohe Flexibilität begründet durch die unterschiedlichen Anmietungs- und Abgabestationen innerhalb von Deutschland und z.T. auch Europa
  • Anmietung für längere Zeiträume möglich, daher ideal für Reisende und Berufspendler
  • großer Wagenpool auf neuestem Stand, darunter auch umweltschonende Alternativen, die bei längerer Mietzeit auf Alltagstauglichkeit getestet werden können
  • Kein Nachmieter, der auf Rückgabe wartet
  • Anmietung erfordert Nachweis von Kreditkarte, Führerschein, Ausweis und Kaution und ist damit zeitintensiver als das Mieten eines Car-Sharing Wagens
  • kann nicht, wie mobiles Car-Sharing am Straßenrand abgestellt werden, sondern ist an Stationen gebunden

Nachhaltiges Reisen: Mobil auf längeren Strecken

Wer an nachhaltiges Reisen denkt, dem kommt als erstes eine Zugreise in den Sinn. Mit einem Interrail-Pass der deutschen Bahn reist man in viele europäische Länder komfortabel und stressfrei. Die Reise mit dem Zug ist aber nicht für jedermann: Die Strecken sind wenig flexibel, bei spontaneren Reisen teuer und man ist meist vor und nach der Zugreise auf weitere Verkehrsmittel angewiesen. Wer innerhalb Deutschlands kostengünstig reisen möchte oder wen es doch auf einen anderen Kontinent verschlägt, hat noch weitere umweltschonende Alternativen.

Mitfahrgelegenheiten und Fernbusse

Wer ohne viel Gepäck reist und gern mit Leuten in Kontakt kommt, fährt auf Strecken innerhalb Deutschlands mit einer Mitfahrgelegenheit. Über Plattformen wie blablacar.de und mitfahren.de können seriöse und günstige Mitfahrgelegenheiten einfach gefunden werden. Großer Vorteil ist, dass es immer wieder Fahrer gibt, die auch kleinere Orte anfahren. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass der Fahrer am vereinbarten Ort auftaucht. Auch für das Reisen mit Kindern ist eine Mitfahrgelegenheit eher weniger geeignet.

Der Komfort und die Sicherheit, dass die Fahrt auch stattfindet, bieten Fernbusse. Häufig gibt es hier sogar WLAN und eine eigene Mediathek. Ausgebildete Fahrer bieten Sicherheit und stehen bei Problemen zur Verfügung. Fernbus-Fahrten sind mittlerweile auch bis in kleinere Städte ohne Umsteigen möglich und auch Reisen in europäische Nachbarländer sind kein Problem. Allerdings müssen sich Fernbusse an Tempolimits und Fahrerpausen halten und benötigen dadurch mehr Zeit.

Radurlaub oder “Bikesharing“ am Reiseort

Wer sportlich aktiv ist, kann geführte oder individuelle Reisen mit dem Rad machen. Für längere Radreisen bietet sich eine Kombination aus Rad und Zug an. Radreisen sind nicht nur ökologisch – sie sind sehr gesund und bieten dem Urlauber eine einzigartige Sicht auf das Reiseziel.

Auch wer mit anderen Verkehrsmitteln anreist, am Reiseziel angekommen ist es ökologisch und interessanter den Ort mit Leihrädern zu erkunden. Vielen deutsche und europäische Städte verfügen über ein gut ausgebautes Leihradnetz. Wer sich nicht überall anmelden möchte, greift auf Anbieter wie nextbike.de zurück die in verschiedenen Orten weltweit vertreten sind. Alternativ findet man vor Ort auch klassisch betriebene Leihradanbieter.

Flug- und Schiffsreisen vermeiden

Wer nachhaltig Reisen möchte, sollte auf Flug- und Schiffsreisen verzichten. Die Kreuzfahrtschiffe gelten als kleine Touristenorte auf hoher See. Sie sondern aber eine Vielzahl an Schadstoffen in die Luft ab und gehören daher zu den schlechtesten Wegen zu reisen.

Gerade für Reiseziele, die weiter entfernt sind, sind Flugzeugreisen meist die günstigste und komfortabelste Reisemöglichkeit. Mit Webseiten wie atmosfair.de oder myclimate.org wird der CO2-Fußabdruck der Flugreise berechnet – anhand dessen wird ein Spendenbeitrag vorgeschlagen, mit dem bestimmte Klimaschutzprojekte unterstützt werden. So können Reisende, die nicht auf eine Flugreise verzichten möchten zumindest einen kleinen Teil an die Umwelt zurückgeben.

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