Biodiesel – Ersatz für Dieselkraftstoff

titelbild_oelpalmeFür den Autofahrer ist der Biodiesel durch den niedrigeren Preis gegenüber Diesel attraktiv. Die Preisdifferenz ist zwar nicht auf dem Niveau von Pflanzenöl, hier fallen aber keine Umrüstkosten an. Zudem ist das Tankstellennetz mit 1.900 Stationen deutschlandweit im Vergleich zu 300 öffentlich zugänglichen Pflanzenöltankstellen enger. Negativ wirkt sich aus, dass mit Biodiesel die Abgasnormen Euro IV und V nicht erfüllt werden können, was gegen eine langfristige Zukunftsfähigkeit des Kraftstoffes spricht.

- Anzeige -

Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 42,9 Prozent des verbrauchten Biodiesels als Beimischung zum Mineralöldiesel verwendet und 13,9 Prozent an öffentlichen Tankstellen als reiner Kraftstoff angeboten, siehe folgendes Diagramm.

Verwendung von Biodiesel nach Nutzergruppen 2007

Das Emissionsminderungspotenzial von Biodiesel ist durch den energieaufwendigen Herstellungsprozess und den damit verbundenen hohen indirekte Emissionen eher gering. Es wird bereits während des Rapsanbaus durch die Verwendung von stickstoffhaltigem Dünger das klimaschädliche Lachgas N2O freigesetzt. Zudem wird heute bei der Umesterung fossiles Methanol eingesetzt. Der RME ist aber schwefelfrei, enthält kein Benzol und keine Aromaten, zudem ist er biologisch abbaubar. Weitere ökologische Vorteile hängen von der Nutzung der Kuppelprodukte ab. Durch das im Produktionsprozess entstandene Glycerin kann beispielweise das Glycerin aus fossilen Rohstoffen substituiert werden.

Aus der Sicht der Wirtschaftlichkeit spricht für den Einsatz von RME, dass keine zusätzlichen Kosten für die Infrastruktur im Verkehr notwendig sind. Als Gegenargument dient aber der höhere Bereitstellungspreis verglichen mit fossilem Diesel, der nur mittels der Steuerbefreiung wettgemacht wird. Durch die Zunahme der Biodieselproduktion wächst auch das Angebot der Kuppelprodukte, so sind fallende Preise für diese zu erwarten. Der steigende Dieselpreis kann aber die Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel steigern. Heimisch hergestellter RME reduziert die Abhängigkeit von Erdölimporten. Zusätzlich kann der Rapsschrot, der als Futtermittel verwendet wird, den Import von Sojabohnen ersetzen.

Neben Rapsöl können auch andere Rohstoffe, wie Palmöl, Sojaöl, tierische Fette oder die Pflanze Jatropha der Herstellung von Biodiesel dienen. Die folgende Tabelle stellt einen Vergleich verschiedener Ausgangsrohstoffe dar.

Übersicht Biodiesel aus verschiedenen Rohstoffen

Das aus Palmöl gewonnene Palmölmethylester (PME) besitzt schlechtere Kaltfließeigenschaften gegenüber RME. Die Preise für das Palmöl sind niedriger als die für Rapsöl und der Einsatz von PME führt zu einer Diversifizierung und Erhöhung der Energieversorgungssicherheit. Dem Sojaölmethylester (SME) dient das Sojaöl, in Deutschland der zweitwichtigste Rohstoff für die Biodieselproduktion, als Grundlage. Verglichen mit RME ist die schlechtere Oxidationsstabilität von Nachteil. Andererseits ist das Produktionspotenzial von Sojaöl größer als die von dem Rapsöl. Das Fettmethylester (FME) wird aus tierischen Fetten hergestellt. Der Produktionsprozess ist, wie auch bei dem aus Altfett gewonnenem AME, gegenüber RME durch die zusätzlichen Schritte der Vorveresterung und Destillation aufwendiger. Durch den Einsatz heimischer Rohstoffe sinkt aber die Importabhängigkeit. Das aus Jatropha hergestellte JME bedarf lediglich der gleichen Produktionsschritte wie auch RME. Die genügsame Pflanze kann auf Böden angebaut werden, die für die Nahrungsmittelproduktion nicht in Frage kommen, so ist hier keine Konkurrenz zu befürchten. Nach Studien sind die Produktionskosten durchaus wettbewerbsfähig, derzeit existieren aber noch keine industriellen Anlagen zur Herstellung. Wie auch andere Rohstoffe würde Jatrophaöl zu einer Diversifizierung beitragen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.