Elektroauto: Kosten sparen trotz höheren Stromverbrauchs

20150323_titelbild_geld_kostenWer vom Benziner auf ein Elektroauto oder ein Plug-in Hybrid umsteigen möchte, muss damit rechnen, beim Aufladen zu Hause deutlich mehr Strom zu verbrauchen. Auch wenn die Kosten für Strom deutlich unter denen für Benzin liegen, kann der Blick auf die Stromrechnung die Freude am neuen Fahrzeug deutlich vermiesen. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten Geld zu sparen, beispielsweise durch die Wahl eines kostengünstigeren Stromanbieters. Mitunter bieten diese sogar Ökotarife an, die unter den Kosten der Grundversorgung liegen.

So lassen sich Stromkosten für E-Autos reduzieren

  • Öffentliche Ladesäulen nutzen
  • Installation von Solaranlagen in Betracht ziehen
  • Günstigen Stromanbieter suchen
  • Möglichkeit für Nachtstrom prüfen

Grüner Strom fürs Elektroauto

Einen echten ökologischen Nutzen bringt das Elektroauto nur, wenn es mit Öko-Strom aus regenerativen Quellen aufgeladen wird. An öffentlichen Ladesäulen lässt sich das nur bedingt überwachen, bei allen anderen Möglichkeiten haben Kunden dagegen Einfluss auf die Art des Stroms. Am umweltfreundlichsten könnte die Variante sein, den Strom selbst mithilfe eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu produzieren. Allerdings ist das nur teilweise umsetzbar.

Ohnehin liegen die laufenden Kosten für Elektroautos meist niedriger als beim Benziner. Experten schätzen, dass die Stromkosten nur rund halb so hoch liegen wie die Ausgaben für Benzin bei einem vergleichbaren Fahrzeug.

Öffentliche Ladesäulen

Vor allem Stadtwerke und Verkehrsbetriebe haben bereits in vielen Orten Ladesäulen aufgestellt, an denen Elektroautos kostenlos aufgeladen werden können. Oft ist das an Park and Ride Stationen der Fall. Dort sind dann nicht selten einige Parkplätze für Elektroautos reserviert, von denen aus das Auto an eine Ladesäule angeschlossen und kostenlos mit Strom versorgt werden kann. Der große Vorteile dabei: Das Auto lädt, während der Fahrer mit der U- oder S-Bahn weiterfährt. Ähnlich praktisch sind kostenlose Ladestationen in Parkhäusern.

Auch Hersteller von Elektroautos bieten teilweise kostenloses Aufladen an, zum Beispiel der Automobilhersteller Nissan mit der Initiative „Freistrom für Alle“. Dort können sogar Fahrer von Stromern anderer Hersteller ihr Auto ohne zusätzliche Kosten aufladen. Sie müssen lediglich ein Formular ausfüllen, dürfen aber ihr Auto aber nach dem Ende des Ladevorgangs nur eine Stunde angeschlossen lassen. Das Auto anschließen, zur Arbeit gehen und am Abend wieder zurückkommen wäre also nicht möglich.

Tesla Roadster: Aufladen an der heimischen Steckdose (Quelle: Tesla)

Tesla Roadster: Aufladen an der heimischen Steckdose (Quelle: Tesla)

Selbst produzierter Strom

Am ökologischsten ist natürlich der selbst produzierte Strom, denn anders als beim Ökostrom aus dem Netz gibt es hier keine Verdrängungseffekte, wenn Unternehmen von Strom aus Wasserkraft auf solchen aus Kohle umsteigen, weil die Wasserkraftwerke den bisher an die benachbarten Industriebetriebe gelieferten Strom als Ökostrom verkaufen. Außerdem sind für den Strom vom eigenen Dach keine zusätzlichen Leitungen und Stromtrassen nötig.

Auch bei den Kosten ist der Eigenverbrauch besonders attraktiv. Nach einer einmaligen Investition liefert eine Solaranlage jahrelang Strom fast ohne weitere Gebühren.

Allerdings gibt es auch Nachteile, wie die hohe Anfangsinvestition. Hinzu kommt, dass der Solarstrom vor allem zur Mittagszeit anfällt, wenn viele Besitzer von Elektroautos auf der Arbeit sind. Weil er sich bisher kaum speichern lässt, kann der Strom nicht ohne weiteres zum Aufladen genutzt werden.

Strom mit günstigerem Anbieter sparen

Die einfachste Möglichkeit die Stromkosten zu reduzieren ist der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Dabei helfen Vergleichsportale – wie man sie nutzt wird hier am Beispiel des Anbieters Verivox erklärt.

Zunächst müssen der Stromverbrauch und die Postleitzahl eingegeben werden. Der Verbrauch lässt sich anhand der Haushaltsgröße schätzen, allerdings sollten für das E-Auto abhängig von der Laufleitung noch mal ein paar Kilowattstunden aufgeschlagen werden.

Im nächsten Schritt muss ein Hacken bei „Nur Öko- und Klimatarife anzeigen“ gesetzt werden. Grundsätzlich werden bei Verivox nur Anbieter mit Gütesiegel ausgewählt. Diese Voreinstellung sollte beibehalten werden. Wer möchte, kann sie sogar noch verschärfen, indem Anbieter herausgenommen werden, die „nur“ das Label „Grüner Strom (Silber)“ tragen. Wer dem Stromanbieter langfristig treu bleiben will, sollte gleichzeitig die Option „Einmaligen Bonus in Kosten einrechnen“ abwählen. Die Einsparungen gegenüber dem Grundversorgt sind teilweise erheblich, etwa beim Tarif „grünstrom classic“ von Grünwelt Energie.

Nachtstrom als weitere Sparmöglichkeit

Noch mehr Geld lässt sich mit dem günstigeren Nachtstrom sparen. Allerdings sind dafür zwei getrennte Stromzähler nötig. Das ist vor allem dann der Fall, wenn mit Hilfe eines Nachtspeicherofens geheizt wird. Grundsätzlich bietet Verivox keine speziellen Nachttarife für Elektroautos, sondern lediglich solche für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen.

Fazit

Wer auf ein Elektroauto umsteigt, sollte Wert darauf legen, es mit Ökostrom betreiben. Mitunter sind die Ökotarife sogar billiger als die Grundversorgung. Wer mittags im Regelfall zuhause ist und ein eigenes Haus besitzt, für den kann die Stromerzeugung über eine Solaranlage attraktiv sein und natürlich bietet es sich an, wo immer möglich kostenlose Ladestationen zu nutzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.